Ausstellung “Syrische Flüchtlingskinder” in der Johanneskirche in Stuttgart

 

Syrische Flüchtlingskinder
Eine Ausstellung mit Fotografien von Sebastian Philipp
und Kinderzeichnungen aus Syrien

Veranstalter: Evangelische Johannesgemeinde Stuttgart
in Kooperation mit: Caritas international | Refugio Stuttgart | Evangelisches Asylpfarramt

Ein Mahnmal für den Frieden
Die gekappte Kirchturmspitze, das fehlende Deckengewölbe im Mittelschiff und die Beschädigungen an einigen der Skulpturen sind bis heute deutliche Zeichen der Zerstörungen im zweiten Weltkrieg. Die Evangelische Johannesgemeinde versteht diese sichtbaren Spuren als Mahnmal für den Frieden. Und Frieden ist weit mehr als nur ein kriegsloser Zustand. Friede lässt weder Hass, Ausgrenzung noch Fremdenfeindlichkeit zu. Diese Mahnung für Frieden ist heute leider mehr denn je unerlässlich. Dafür soll die eigens für diesen Anlass konzipierte Ausstellung ein Zeichen setzen.

Die Ausstellung
Seit sich nicht nur die Wirtschaft sondern zunehmend auch die weltweiten Konflikte globalisieren, immer mehr Menschen zur Flucht gezwungen werden und  mehr und mehr von ihnen zu uns nach Europa kommen, sprechen wir meist nur noch von:  Flüchtlingsströmen, Flüchtlingswellen oder gar von Lawinen. Es sind aber Menschen, und die tragen einen Namen und meist auch ein schweres Schicksal und leidvolle Erlebnisse, die sich mit Worten nur schwer fassen lassen.

Da sagen Bilder oftmals mehr. So entstand die Idee für diese Ausstellung mit Portraitfotos und Zeichnungen syrischer Flüchtlingskinder in der Johanneskirche am Feuersee in Stuttgart.

Die Ausstellung konzentriert sich auf Flüchtlingskinder. Denn Kinder sind die unschuldig Leidtragenden dieser Gewalt. Und die Reaktionen betroffener Kinder zeigen die Brutalität des Krieges impulsiver und in gewisser Weise auch ehrlicher.

Die Johanneskirche als Ort der Ausstellung ist bewusst gewählt. Denn dieser für eine Ausstellung eher ungewöhnliche Raum bewegt und stimuliert die Besucher zu einem sensibleren, nachdenklicheren Betrachten als es in einem profanen, öffentlichen Ort der Fall wäre.

Ein sakraler Raum wie die Johanneskirche mit ihrer vielfältigen Symbolik stellt aber auch besondere Ansprüche an die Ausstellung. Herkömmliche Ausstellungsmöbel wie Stellwände werden diesen Anforderungen nicht gerecht. Daher schweben die zehn großformatigen Tafeln mit den sechszehn überlebensgroßen Portraits der Kinder in ca. 3 m Höhe im Mittelschiff.  Zum Betrachten der Kinderportraits heben die Besucher den Blick nach oben, gen Himmel.  Dies stellt den Bezug her zu den Worten von Jesus, wieder­gegeben im Markusevangelium 10, Vers 14, der sagt:
„Lasset die Kinder zu mir kommen und wehrtet ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes.“
Der erste Teil dieses Satzes ist auch die Headline der Ausstellung.

Zwölf der Fotos hängen quer zum Mittelschiff und vier weitere rahmen sie seitlich ein. Wenn der Besucher die Kirche über den Mittelgang betritt, bilden die Fotos ein Spalier, dessen Abschluss der Altar und die Chorfenster sind.

Die teils lächelnden Kinderportraits vermitteln die kindliche Kraft und Lebensfreude, welche sich die Kinder trotz der schrecklichen Erfahrungen und der schwierigen Flüchtlingssituation in Lagern des Libanon bewahrt haben.

Ganz anders dagegen die achtzehn Kinderzeichnungen, welche Kinder in Syrien, betreut in psychosozialen Projekten der Caritas, gemalt haben. Mit berührender Einfachheit bringen diese Bilder das schrecklich Erlebte, die Trauer und Ängste der Kinder auf den Punkt. Diese Zeichnungen stehen, bewusst von den Portraitfotos abgesetzt, auf vier Kirchenbänken in den beiden Seitenschiffen der Johanneskirche. Der Ausstellungsbesucher kann die Zeichnungen hier, in sich gekehrt und nachdenklich, betrachten.

Ergänzt werden die Tafeln mit den Kinderzeichnungen um eine Tafel mit Hintergrund­informationen über die Lage in Syrien und die Flüchtlingssituation, insbesondere in den Nachbarländern. Eine zweite Tafel lässt einige Flüchtlingsfamilien zu Wort kommen.